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Millennials suchen Herausforderungen und Orientierung zugleich. Was bedeutet das für Arbeitgeber?

Von Friederike Franzen am 07-02-2019
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Als Digital Natives sind Millennials für jedes Unternehmen eine echte Bereicherung. Aber sie sind auch kritisch und dafür bekannt, einfach den Arbeitgeber zu wechseln, wenn ihnen etwas nicht passt. Wie sorgen Sie dafür, dass Ihr Unternehmen junge Talente gewinnt und hält? YoungCapital unterstützt Sie dabei.

Auf dem Arbeitsmarkt gibt es inzwischen keinen Überschuss mehr an jungen Arbeitskräften. Der Markt hat angezogen und Unternehmen müssen sich sehr um junge Talente bemühen. Trendbeobachtungen des Jobbewertungsportals Glassdoor zufolge recherchieren Arbeitssuchende intensiv. Bei der Entscheidung für einen Job sind dann oft sekundäre Arbeitsbedingungen ausschlaggebend. Es wird also für Arbeitgeber höchste Zeit, sich mit der Mentalität der Millennials vertraut zu machen und auf ihre Wünsche einzugehen.

 

Mann am Computer

Millennials wollen Neues lernen

Im Dezember 2016 stellte YoungCapital knapp 4000 Millennials folgende Frage: „Wenn ihr euch für einen Arbeitgeber entscheidet, wie wichtig sind euch folgende Aspekte?“ Aus den 14 Antwortmöglichkeiten wurden drei besonders häufig gewählt. Mit großem Abstand stand für die Befragten das Erlernen neuer Fähigkeiten an erster Stelle. Das bedeutet natürlich nicht, dass sie sich mit jedem Gehalt zufrieden geben, solange sie nur genug lernen. Ein gutes Gehalt folgte nämlich direkt auf Platz zwei. Die dritthäufigste Antwort lautete: „Genau wissen, was von mir erwartet wird“.

Klarheit ist gefragt

Es ist für Millennials wichtiger zu wissen, was von ihnen erwartet wird, als die Möglichkeit Fortbildungen zu besuchen, selbstständig arbeiten zu können oder Verantwortung im Team zu übernehmen. Das passt so gar nicht zu dem Klischee der Einzelkämpfer, die sich von niemandem Vorschriften machen lassen wollen. Sind Millennials vielleicht gar nicht so eigensinnig, wie oft behauptet wird?

Ineke Kooistra, CEO von YoungCapital, versteht nur zu gut, woher dieses Bedürfnis nach klaren Vorgaben stammt: „Millennials möchten vor allem dazulernen. Dafür müssen sie ihre Komfortzone verlassen“, erklärt sie. „Außerhalb ihrer Komfortzone sind sie sich jedoch ihrer eigenen Fähigkeiten im Arbeitsumfeld nicht mehr sicher. Klare Vorgaben erleichtern ihnen die Orientierung.“

Infografik

Und das „Neue Arbeiten“? Nicht so wichtig.

Die Umfrageergebnisse von YoungCapital decken sich mit einer Untersuchung von Stephan Corporaal, der an der Fernuniversität der Niederlande zum Thema Arbeitgeberattraktivität für junge Menschen promovierte. Seiner Meinung nach verstehen Arbeitgeber unter Freiheit etwas anderes als Millennials.

„Für Arbeitgeber bedeutet Freiheit oft, dass jeder arbeiten kann, wo und wann er möchte, also das «Neue Arbeiten»“, erklärt Corporaal gegenüber Pwnet.nl. Für Millennials hat Freiheit seiner Meinung nach aber eher mit dem Vertrauen von Vorgesetzten, klaren Strukturen und Eigenverantwortung bei der Organisation des Arbeitsalltags zu tun.

Handys lassen sie kalt

Wer glaubt, Millennials mit einem Arbeitshandy oder -laptop ködern zu können, hat sich getäuscht. Nur ein Viertel der Befragten legt darauf Wert. Auch gemeinsame Aktivitäten oder Homeoffice-Möglichkeiten sind Millennials nicht so wichtig. Eher wünschen sie sich Fort- und Weiterbildungen. In Stellenbeschreibungen sollte der Fokus daher mehr auf persönlicher Weiterentwicklung und Führung als auf materiellen Vorzügen liegen.

Das Interesse junger Talente wecken

Wir wissen nun also, dass Millennials lernwillig sind. Man sollte ihnen dabei freie Hand lassen, ihnen andererseits aber auch eine Richtung vorgeben. Als Arbeitgeber können Sie bei jungen Talenten punkten, indem Sie nicht nur Lernmöglichkeiten anbieten, sondern Weiterentwicklung ganz bewusst in den Vordergrund stellen. Idealerweise gibt es konkrete Programme und angemessene Begleitung. So erreicht man genau die Klarheit, die sich junge Talente wünschen.

Weiterbildung im Vordergrund

Ihre Mitarbeiter sind Ihr wichtigstes Kapital. In ihre Weiterbildung zu investieren, ist also immer eine gute Idee. Integrieren Sie Weiterbildung in Ihre Personalpolitik und kommunizieren Sie dies extern und intern. Kennen Mitarbeiter und Führungskräfte die Schulungsmöglichkeiten in Ihrer Firma? Und werden diese auch genutzt?

Mann und Frau im Gespräch

Je konkreter, desto besser

Zeigen Sie Ihren Arbeitnehmern ganz konkret, was sie bei Ihnen lernen können. Bei YoungCapital haben wir zum Beispiel ein Fortbildungsprogramm, das wir „The wheel of your professional future“ nennen. Aber wir sind keineswegs die einzigen, die ihren Mitarbeitern ein solches Sprungbrett bieten. So gibt es beim Mobilfunkanbieter Tele2 einen "Karriere Desk" mit zahlreichen Karrieremöglichkeiten. Beim Schokoladenhersteller Tony’s Chocolonely hat man die Chance auf „Tony’s Scholarship“ und kann damit sogar Dinge lernen, die gar nicht arbeitsrelevant sind – wie Salsa Tanzen oder Malen.

Anleiten von Führungskräften

Jede Personalpolitik steht und fällt mit denjenigen, die sie umsetzen. Nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Manager entsprechend zu sensibilisieren. Fördern sie die Weiterentwicklung ihrer Teams? Wissen sie, wie man Feedback gibt und annimmt? Führungskräfte sind auch nur Menschen – vielleicht würden sie in bestimmten Bereichen selbst von einem Mentor profitieren. Manager sollten ausreichend Zeit und Freiräume bekommen, um neue Mitarbeiter in ihren Job einzuarbeiten. So entsteht eine Umgebung, in der Mitarbeiter täglich dazulernen und dabei die gewünschte Unterstützung bekommen.

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