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Angst vor dem Vorstellungsgespräch? Mit diesen Tipps wirst du gut vorbereitet sein und absolut selbstsicher auftreten.

Hände von zwei Personen, von denen eine Stift und Papier hält

Dieses Szenario kennt vermutlich jede(r) von uns:

Du möchtest dich für dein Vorstellungsgespräch bestmöglich wappnen. Bei deiner Recherche im Internet stößt du auf die wohl bekanntesten beiden Fragen: „Wo liegen Ihre Stärken?“ und „Können Sie uns eine Ihrer Schwächen nennen?“
Du überlegst, aber auf Anhieb fällt dir nicht wirklich etwas Gutes ein. Doch keine Sorge! Denn das ist ganz normal.

Warum es uns so schwerfällt, unsere Stärken zu benennen

Wissenschaftlich erwiesen ist leider: Fordert man Menschen dazu auf, ihre Stärken und Schwächen aufzulisten, dann ist bei 9 von 10 Menschen die Liste der Schwächen deutlich länger. Liegt das etwa daran, dass du einfach mehr Schwächen als Stärken besitzt? Nein, ganz sicher nicht.

  • Aus der Psychologie wissen wir: Wir erinnern uns automatisch besser an unsere Schwächen als an unsere Stärken. Wenn wir etwas nicht so gut können, sind wir frustriert oder auch wütend auf uns selbst. Solche negativen Gefühle speichert das Gehirn leider eher ab als positive.
  • Außerdem sind in uns Glaubenssätze verankert wie „Eigenlob stinkt“. Wir habe Angst, angeberisch und unsympathisch zu wirken, wenn wir unsere Stärken benennen.
  • Ein weiterer Grund ist: Häufig nehmen wir unsere Stärken nicht bewusst wahr, weil sie viel zu selbstverständlich sind. Jeder mit einem Führerschein kennt das. Am Anfang waren wir nach jeder Fahrt unglaublich stolz, doch schon bald haben wir uns daran gewöhnt. Autofahren ist für uns normal geworden – und so ist es auch mit dem Einsatz unsere Stärken.
  • Schließlich sorgen auch unsere Erfahrungen aus der Schulzeit dafür, dass unsere Schwächen viel präsenter sind als unsere Stärken. Nachhilfe bekommen wir schließlich in den Fächern, in denen wir besonders schlecht sind.

So entschlüsselst du deine Stärken

Ist eine Stärke auch ein Talent? Und gibt es einen Unterschied zu Kompetenzen und Potentialen? Zugegeben, es ist nicht einfach, den Durchblick im Dschungel der Begriffe zu behalten.

Schritt 1 lautet deshalb: Mache dich mit den Begriffen vertraut. Licht ins Dunkle bringt dir das ABC der Stärkenforschung.

Um in Schritt 2 deine ganz persönlichen Stärken zuidentifizieren, geben wir dir folgende Methoden an die Hand:

  • Betreibe Selbstreflexion und beantworte folgende Fragen:
    Was geht dir leicht von der Hand?
    Was motiviert dich und gibt dir Energie?
    Wo erzielst du gute Ergebnisse?
    Was lernst du schnell?
    Was hast du schon in meiner Kindheit/Jugend gern oder oft getan?
  • Mache einen wissenschaftlich basierten Persönlichkeitstest, zum Beispiel den kostenlosen „Der Stärken-Code®“. So entschlüsselst du auf einfache Weise deine größten Stärken und erhältst obendrein noch auf dich zugeschnittene Tipps für den Alltag.
  • Hole dir Feedback aus deinem Umfeld ein. Befrage zum Beispiel deine Eltern oder deine Freund*innen.
    Wo liegen aus deren Sicht deine Stärken?
    Bei welchen Themen hören sie Begeisterung in deiner Stimme?

Wie du deine Stärken richtig formulierst

In deinem Vorstellungsgespräch reicht es nicht, deine Stärke nur zu benennen. Bette sie in ein konkretes Beispiel aus der Praxis ein. Das können Erfahrungen aus einem früheren Job, aus Praktika, der Uni oder deinem Ehrenamt in der Freizeit sein.

  • Sag nicht nur: Zu meinen Stärken zählt Belastbarkeit.
    Sag stattdessen: Als in meinem früheren Unternehmen ein neues Betriebssystem eingeführt wurde, war es mir wichtig, mich damit zu beschäftigen. Ich habe die alten Firmendaten übertragen und parallel dazu meine täglichen Aufgaben erledigt.

  • Sag nicht nur: Ich bin kreativ.
    Sag stattdessen: Bei meinem Ehrenamt war ich verantwortlich für unsere Social Media Accounts. Um mehr Reichweite zu generieren, habe ich mir passende Themenmonate überlegt und in der Weihnachtszeit einen Online-Adventskalender erstellt.

Und was ist nun mit deinen Schwächen?

Auch vor dieser Frage brauchst du keine Angst haben, denn nach den Schwächen zu fragen ist mittlerweile veraltet. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird dir diese Frage also gar nicht gestellt werden.
Nichtsdestotrotz ist es für dich hilfreich zu wissen, wann man von einer Schwäche spricht. Eine Erklärung findest du in diesem Video.

Fazit

Du merkst also: Letztlich geht es nicht um „richtige“ oder „falsche“ Antworten. Wer seine Stärken kennt, tritt automatisch selbstbewusster auf. Unser letzter Tipp an dich lautet deshalb: Trau dich! Du darfst deine Stärken mit Überzeugung nennen. Auf diese Weise wirst du in deinem Vorstellungsgespräch garantiert einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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