YOUNGCAPITAL BLOG

Der Lebenslauf hat einen weiten Weg hinter sich. Seit seiner inoffiziellen Erfindung vor über 500 Jahren hat sich das Dokument unzählige Male verändert – sein ursprünglicher Zweck bleibt jedoch bis heute erhalten. Wie sich der Lebenslauf im Laufe der Zeit verändert hat, erfährst du hier. 

 

Die Anfänge des Lebenslaufs

Der Lebenslauf bedient sich seit jeher einer recht einfachen Formel: Er fasst die schulische sowie die berufliche Ausbildung zusammen und listet relevante Kenntnisse und Fähigkeiten auf. Es handelt sich also um eine Kurzform der Biografie. Ihre Aufgabe: die gezielte Vermarktung der eigenen Fähigkeiten in der Berufswelt.

Die moderne Form des Lebenslaufs geht dabei auf eine berühmte Initiativbewerbung Leonardo da Vincis zurück. Als sich der Erfinder 1482 als Angestellter der Familie Sforza bewarb, kam ihm eine zündende Idee: Statt sich auf ein einfaches Empfehlungsschreiben zu beschränken, erstellte er eine Liste seiner bisherigen Projekte, die ihn als genialen Ingenieur und Baumeister ausweisen.

Lebenslauf

 

Die Geschichte des Lebenslaufs

Beispiele aus dem preußischen Staatsdienst des 19. Jahrhunderts folgen einem ähnlichen Schema. Zu diesem Zeitpunkt existierten bereits Dokumente, in denen Beamte ihre Karrierestationen nacherzählten – zunächst noch als Fließtext, etwas später bereits in Tabellenform.

Diese ersten Lebensläufe unterschieden sich vor allem im Aufbau von ihren modernen Nachfolgern. Lebensläufe aus dieser Zeit begannen mit der frühen Schulbildung des Bewerbers und enden mit dem aktuellsten Abschnitt der Karriere. Dieser chronologische Aufbau wird heute nur noch selten für den Lebenslauf verwendet.
Anfangs kam das Schreiben vor allem zum Einsatz, um organisatorische Ausnahmefälle zu regeln – zum Beispiel die Suche nach passenden Mitarbeitern für eine neue Behörde. Erst später entwickelte er sich nach und nach zu einem festen Bestandteil des Bewerbungsverfahrens. Über die Jahre veränderten sich die formellen Regeln des Lebenslaufs mehrfach.

1950 - 1970: Der Lebenslauf gehörte ab den 50er Jahren zum Pflichtprogramm jeder Bewerbung. Inhaltlich gab es Vorgaben, die heute längst nicht mehr zum Umfang des Schreibens gehören – wie zum Beispiel der Beruf der Eltern oder die Größe und das Gewicht des Kandidaten. Als bewährtes Schreibwerkzeug diente lange Zeit der klassische Füllfederhalter. Erst Anfang der 70er erhielt die Schreibmaschine langsam Einzug in die Berufswelt – und damit auch in das Bewerbungsverfahren. Trotz aller Neuerungen musste jedem Schreiben eine Probe zur Handschrift beiliegen.

1980: Inhaltlich etablierten sich einige wichtige Neuerungen. Beispielsweise verschwanden die Berufe der Eltern aus dem Lebenslauf und wichen internationalen Standards wie stichpunktartigen Berufsbeschreibungen. Die Notwendigkeit dazu ergab sich vor allem aus der wachsenden Spezialisierung am Arbeitsmarkt. Die durchschnittliche Länge der Lebensläufe betrug häufig mehr als eine Seite.

1990: Der Lebenslauf diente zunehmend als Möglichkeit der Selbstvermarktung – nicht zuletzt durch die Entwicklung neuer technischer Gestaltungsmöglichkeiten. Microsoft Word und das Internet setzten sich zu diesem Zeitpunkt langsam durch – sowohl in Privathaushalten als auch in Unternehmen. Der Lebenslauf enthält nun auch neue Elemente wie Deckblätter und prominent platzierte Porträtfotos.

2000: Am Computer erstellte Lebensläufe zählen ab der Jahrhundertwende zum Standard: egal ob per E-Mail, Post oder Online-Formular. Die Frage nach einem Standard für den Lebenslauf drehte sich nun vor allem um Dateiformate. Deutsche Unternehmen bevorzugten Bewerbungsunterlagen als PDF, internationale Unternehmen setzen dagegen vermehrt auf Word.

 

Der moderne Lebenslauf

Mit dem technischen Fortschritt entwickeln sich natürlich auch die Gestaltungsmöglichkeiten des Lebenslaufs weiter. Zahlreiche Anbieter bieten ihren Nutzern die Möglichkeit, mit einem Editor das Beste aus ihrer Vita zu holen. Davon profitieren vor allem Bewerber ohne besondere Kenntnisse im Bereich Layout und Grafik. Am Ende steht der fertige Lebenslauf mit allen wichtigen Daten und Formvorgaben – ohne Frust beim Erstellen und lange Recherchearbeit.

Mit ein wenig Arbeit spricht dein Lebenslauf deinen Wunscharbeitgeber direkt an. So wirkt dein Lebenslauf nicht wie einer von vielen, stattdessen zeigt er dein Interesse an genau diesem Job. Das erreichst du zum Beispiel durch ein individuelles Layout und die Farbgestaltung deines Lebenslaufs. Passt du sie an die Gepflogenheiten des Arbeitgebers an, signalisierst du nicht nur Zugehörigkeit, sondern auch ein Auge fürs Detail.

Lebenslauf

 

Der Online-Lebenslauf

Es ist ein offenes Geheimnis: Personaler greifen auch auf soziale Netzwerke zurück, um sich über Bewerber zu informieren. Warum solltest du dieses Wissen nicht zu deinem Vorteil nutzen? Dieses Profil liefert Belege für deine Hobbys und Soft Skills. Du bist ein aktiver Mannschaftssportler? Poste regelmäßig Bilder und Infos von deinen Spielen oder Trainingseinheiten. Sie zeigen dich von deiner aktiven und sportlichen Seite – und stellen ganz nebenbei deine Teamfähigkeit unter Beweis.

Gleiches gilt natürlich auch für andere Formate und Plattformen: Vielleicht betreibst du auch einen Blog, der zentral für deine Bewerbung ist. Artikel für internationale Magazine können zum Beispiel als Beweis für deine Englisch- und Fachkenntnisse dienen. Grundsätzlich ist jeder Beleg wertvoller als eine bloße Behauptung.

 

Fazit

Der Lebenslauf hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert, allerdings bleibt die Intention dahinter immer die Gleiche. Er bietet deinem zukünftigen Arbeitgeber eine grobe Zusammenfassung deiner Tätigkeiten und Erfahrungen. Die Konkurrenz ist groß - also versuche mit deinem Lebenslauf hervorzustechen! Viel Erfolg!  

 

Teile diesen Artikel

Beliebte Beiträge