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So setzte Smartphonehoesjes.nl der Fluktuation ein Ende

Von Maike Grave am 23-04-2019
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Etwa 50 Prozent der Lagermitarbeiter blieb nicht länger als zehn Monate bei Smartphonehoesjes.nl. HR Business Partner Anne-Marie Smit entschied, dass sich das ändern muss. So entstand die Idee, mehr Perspektiven für die Zukunft zu schaffen, damit die Mitarbeiter länger im Unternehmen bleiben wollen.

 

Warum sind die Mitarbeiter so schnell wieder gegangen?

„Für einen Webshop ist eine schnelle und zuverlässige Lieferung mitunter das Wichtigste, was es gibt. Dafür braucht man genügend Leute im Lager. Binnen kürzester Zeit verließen uns die Mitarbeiter wieder. ,Das war’s hier für mich‘ oder ‚Woanders kann ich mehr verdienen‘, hieß es in Kündigungsgesprächen. Aufgrund der hohen Fluktuation konnten wir uns qualitativ nicht so steigern, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir mussten einfach leistungsstärker werden, und das geht nur, wenn unsere Mitarbeiter uns nicht davonlaufen.“

 

Wie haben Sie eine Lösung gefunden?

„Gemeinsam mit unseren Mitarbeitern haben wir uns ein Karrieremodell überlegt: Innerhalb von einem halben bis einem Jahr sind nun drei Schritte möglich; vom einfachen zum erfahrenen Logistikmitarbeiter, zum Vorarbeiter-Assistenten und schließlich zum Vorarbeiter. Jeder Schritt beinhaltet zusätzliche Aufgaben und Verantwortlichkeiten sowie eine höhere Gehaltsstufe.“

Wie sieht das in der Praxis aus?

„Wie schnell jemand weiterkommt, hängt davon ab, wie gut er Aufgaben erledigt und wie er sich verhält. Zeigt er Initiative? Ist der Umgangston mit Kollegen passend? Das alles fließt in die Beurteilung mit ein. Zusammen haben wir dafür eine Verhaltensmatrix erstellt, um so objektiv wie möglich zu bleiben. Weil wir es gemeinsam umsetzen, wird es auch gelebt. Wenn es ein Mitarbeiter bis zum Vorarbeiter schafft, wird das gefeiert.

 

Wie sehen die Ergebnisse aus?

„Die Ergebnisse liegen über den Erwartungen. Unsere Mitarbeiter bleiben jetzt nicht nur doppelt so lange, auch die Qualität der Arbeit im Lager hat sich gesteigert. Wir haben eine Feedbackkultur entwickelt, wodurch die Zusammenarbeit verbessert wurde. Die Mitarbeiter sind produktiver, da sie belohnt werden, wenn sie Verantwortung übernehmen. Gehaltstechnisch kostet uns das mehr, aber andererseits können wir in der Rekrutierung und bei der Ausbildung sparen. Außerdem erreichen wir im Gegenzug eine viel bessere Qualität und Professionalität.“

 

Dieses Interview ist Teil des YoungCapital Recruitment Guides 2019-2020.





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