YOUNGCAPITAL BLOG

Der große Tag des Vorstellungsgesprächs steht an, du hast dich gut vorbereitet und willst den Job unbedingt haben, gleichzeitig möchtest du dich aber nicht unter Wert verkaufen und somit eine erfolgreiche Gehaltsverhandlung abschließen? Dann geht es dir wie vielen anderen Young Professionals. Immerhin gibt es im Netz zahlreiche Tipps, wie man den Traumjob ergattert, allerdings tun sich viele noch bei der Gehaltsverhandlung schwer und wissen nicht, was hierbei erlaubt ist und was nicht. Denn in unseren Köpfen ist immer noch der uralte Grundsatz verankert: Über Geld spricht man nicht. Aber ist das im Jahr 2019 noch wirklich so? Ist es nicht verständlich, dass wir gehaltstechnisch das Bestmögliche für uns herausschlagen wollen? Während die Mieten steigen und auch sonst alles teurer zu werden scheint, ist es dann nicht logisch, dass wir wenigstens mit einem guten Einkommen vorbereitet sein wollen? Wir geben dir 6 Tipps, um erfolgreich aus einer Gehaltsverhandlung herauszugehen.

 

Vor der Verhandlung

Bevor es überhaupt zu einer Verhandlung kommt, solltest du zuerst deine Hausaufgaben machen. Informiere dich zunächst einmal darüber, in welchem Rahmen sich das Durchschnittsgehalt für den Job befindet, den du ausübst oder ausüben möchtest. Wichtige Faktoren, die hierbei beachtet werden sollten, sind das Bundesland, die Ausbildung und die Arbeitserfahrung. Gehälter sind oft abhängig vom Standort. So verdienst du in München nicht selten mehr als in NRW. Das liegt vor allem an den höheren Lebenshaltungskosten. Natürlich ist auch zu beachten, welche Art von Ausbildung du abgeschlossen hast. Bewirbst du dich mit einem Masterabschluss, hast du bessere Chancen auf ein höheres Einstiegsgehalt als mit einem Bachelorabschluss. Darüber hinaus ist es relevant, wie viel praktische Arbeitserfahrung du auf dem jeweiligen Gebiet gemacht hast. Hast du schon während des Studiums in der Branche gearbeitet oder bist du ein Quereinsteiger? All diese Dinge haben Einfluss darauf, wie hoch du pokern kannst. Um ein genaues Wunschgehalt zu definieren, solltest du also alle Faktoren beachten und recherchieren, wie viel du in etwa verlangen kannst.

Recherche am Laptop

Timing ist alles

Wann ist der richtige Zeitpunkt, um das Gehalt zu verhandeln? Klar ist, es sollte nicht zwischen Tür und Angel passieren. Arrangiere ein Gespräch in einem ruhigen, geschlossenen Raum. Das Gespräch soll schließlich nur zwischen dir und deinem Chef stattfinden und andere Mitarbeiter sollten keinesfalls dabei sein. Wann aber ist der richtige Moment, um danach zu fragen? Nur weil dein Chef vielleicht besonders gut gelaunt bei der Arbeit aufläuft und die Sonne scheint, stellt das nicht automatisch den besten Zeitpunkt dar. Angebracht wäre ein Gespräch beispielsweise vor dem erfolgreichen Abschluss eines Projektes. Hier kannst du speziell auf deine vergangenen Leistungen innerhalb des Projektes eingehen und kannst gute Argumente liefern. Auch wenn sich der Punkt anbahnt, an dem du neue Aufgaben in deinem Job übernehmen wirst, ist es sinnvoll, auch das Gehalt neu zu verhandeln. Wenn du dich natürlich ganz neu auf einen Job in einer neuen Firma bewirbst, ist es nicht selten, dass auch während des Vorstellungsgesprächs oder gar schon bei deinem Bewerbungsschreiben nach deinem Wunschgehalt gefragt wird.

 

Ready, set, go!

Die Gehaltsverhandlung hat gestartet, du sitzt deinem Chef gegenüber und weißt nicht recht, wie du anfangen sollst? Erkläre zunächst deine Situation und erzähle deinem Chef, warum es zu diesem Termin gekommen ist. Äußere ganz klar, was du willst. Wichtig ist, dass du nicht zu lange um den heißen Brei redest, sondern deutlich formulierst, dass du gerne dein Gehalt neu anpassen möchtest. Anschließend äußerst du deinen Gehaltswunsch. Ganz wichtig: Du musst das Eröffnungsgebot machen. Denn wer bei einer Verhandlung anfängt, erzielt meistens auch ein Ergebnis, dass den eigenen Vorstellungen sehr nahe kommt. Der Gehaltswunsch darf übrigens ruhig auch etwas höher sein. Das Gehalt im Nachhinein herunterzuhandeln ist viel einfacher als das Gehalt hochzuhandeln. Sehr unwahrscheinlich ist es also, dass dein Chef dir ein höheres Angebot machen wird, nachdem du schon zu niedrig angefangen hast. Aber Achtung: Natürlich solltest du auch nicht einen zu hohen Betrag fordern, immerhin kann das schnell arrogant wirken. Wusstest du, dass es am besten ist, eine krumme Zahl zu nennen? Das erweckt den Eindruck, dass du ganz genau weißt, was deine Leistung wert ist und das haargenau. Wenn du außerdem das Jahresgehalt verhandelst, und hier in Hunderterschritten handelst, wird auch dein Chef in hunderter Schritten handeln. Er wird sich deinem Angebot anpassen. Deswegen ist es sinnvoll in kleinen Schritten zu handeln.

Gehaltsverhandlung meistern

Schweigen ist Gold

Sprechpausen während des Gesprächs einzulegen, wirkt sich positiv auf die Verhandlung aus. Wenn ab und an Stille aufkommt, ist das ein gutes Zeichen! Denn wenn du jetzt gedacht hast, dass du das Gespräch an dich reißen musst und die ganze Zeit reden sollst, liegst du damit komplett daneben. Wenn du ab und an eine Pause machst und deinem Chef etwas Bedenkzeit gibst, weist dies auf Entschlossenheit und Selbstbewusstsein hin. Es zeigt, dass du dir deiner Sache sicher bist und dass du bereit bist, dich auch der Stille des Chefs zu stellen. Erwähne zu Beginn also deinen Gehaltswunsch und mach danach sofort eine Pause. Schau erst einmal, wie dein Chef reagiert und wie seine Meinung dazu lautet. Erst dann kann es weitergehen und erst dann solltest du erläutern, warum du diesen Gehaltswunsch äußerst.

 

Gegenargumente

Der Punkt wird kommen, an dem dein Chef deinen Vorstellungen etwas entgegensetzt. Lass dich davon nicht aus der Bahn werfen. Fast jeder Arbeitgeber wird zunächst etwas Skepsis äußern. Das macht er oft aber nur, um dich zu testen und zu sehen, ob du gute Gegenargumente liefern kannst. Es gilt also seine Bedenken zu entkräften. Auch hier ist wieder etwas Vorbereitung gefragt. Überlege dir vor dem Gespräch, welche Einwände dein Chef äußern könnte. Was spricht gegen eine Gehaltserhöhung? Wenn du dir bewusst bist, wie dein Chef argumentieren könnte, kannst du dir überlegen, was du dem entgegensetzen möchtest. Es gibt nicht genug Budget? Hier kannst du beispielsweise sagen, dass du mit deinem Projekt den Umsatz steigern wirst.

Die Verhandlung mit dem Chef

Haltung bewahren

Selbstbewusstsein während des Gesprächs ist das A und O. Vielen ist es oft unangenehm, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Das muss es aber nicht! Du verlangst einen Gegenwert für deine Leistungen und wenn diese gut sind, gibt es keinen Grund sich zu verstecken. Gehaltsverhandlungen gehören nicht weniger zum Arbeitsleben wie das Vorstellungsgespräch. Es ist ein völlig normaler Vorgang und du bist auf keinen Fall unverschämt, nur weil du mehr Gehalt forderst. Zeige, dass du weißt, was deine Arbeit wert ist und trete selbstbewusst auf. Vermeide bei dem Gespräch in jedem Fall den Konjunktiv. Das wirkt schnell passiv und deutet daraufhin, dass du dir gar nicht wirklich sicher bist, ob du eine Gehaltserhöhung überhaupt verdienst. Wenn du aber merkst, dass dein Chef stur bleibt und du mit der Verhandlung einfach nicht weiterkommst, dann schlage Alternativen vor. Du könntest beispielsweise fragen, ob du anstelle einer Gehaltserhöhung öfter von Zuhause aus arbeiten, einen höheren Bonus bekommen oder flexiblere Arbeitszeiten bekommen kannst.

 

Du siehst, so eine Gehaltsverhandlung ist oft weniger gruselig als gedacht. Mit der richtigen Vorbereitung trittst du noch selbstbewusster auf und meisterst das Gespräch. Denk immer daran, was du hier forderst ist völlig menschlich und auf dem Arbeitsmarkt gang und gäbe. Wenn deine Leistungen gut sind, wird dein Chef dir wohlgesonnen sein und die Verhandlung wird mit Sicherheit positiv ausfallen. Was kann schon passieren? Mehr als “Nein” sagen kann er schließlich nicht.

Gehaltsverhandlung

Teile diesen Artikel

Kommentar hinzufügen

Kommentare

Schreibe den ersten Kommentar.

Beliebte Beiträge