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Seit einigen Jahren ist der Begriff „Prokrastination“ in Mode, denn er beschreibt so treffend, wie sich Millionen von Studenten, Auszubildenden und Schülern fühlen: Sie schieben das Lernen auf und lenken sich erfolgreich mit anderen Dingen vom schlechten Gewissen ab. Wenn du genau das tust und nicht weiter weißt, bist du bei diesem Beitrag richtig.

 

Sicher kennst du das auch: Eine Hausarbeit steht an oder du müsstest dich dringend auf die kommende Prüfung vorbereiten. Du steuerst schon auf den Schreibtisch zu, aber – oh nein! Der Papierkorb ist fast voll. Den musst du natürlich zuerst wegbringen. Auf dem Rückweg fällt dir auf, dass die Spülmaschine fertig ist, und du räumst sie gleich aus. Und dieser Schmutz überall! Höchste Zeit für den Staubwedel. Du kommst an der einen Pflanze in deiner Wohnung vorbei und bemerkst, wie miserabel sie aussieht. Die braucht einen größeren Topf. Dabei machst du allerlei Sauerei und saugst das rasch weg. Wenn du sowieso schon dabei bist, arbeitest du dich mit dem Staubsauger einmal durch die komplette Wohnung. Gründlich! Den Boden hast du auch schon lange nicht mehr gewischt...

Notizbuch und Lesebrille

 

Es gibt viele Studenten, deren Umfeld nie so vor Sauberkeit geglänzt hat wie zu Prüfungsphasen. Andere schauen dann endlich mal ihre Lieblingssendung von der ersten Staffel an durch oder kommen auf die Idee, ein tolles Computerspiel von früher auszugraben. Noch ein Beispiel zur Prokrastination und eine Definition gibt es von der Uni Passau. Sie ist mittlerweile ein weit verbreitetes Phänomen, doch dem Notenschnitt hilft sie leider nicht.

Jetzt mal Klartext

Du willst aber tatsächlich etwas tun? Dann sei ehrlich zu dir selbst. Der Papierkorb ist noch nicht einmal halb voll und die Pflanze hast du das letzte Mal angesehen, als du vor fünf Jahren eingezogen bist. Du magst dich für multitaskingfähig halten und möglicherweise bist du es auch, aber gehe einfach mal davon aus, dass deine Ergebnisse besser ausfallen, wenn keine Musik und keine Serien im Hintergrund laufen. Stelle dein Handy auf lautlos oder sogar ganz aus. Es sollte so wenig Ablenkungen wie möglich geben.

Die richtige Atmosphäre

Wahre Meister der Prokrastination können nun immer noch stundenlang in der Stille sitzen und träumen, ohne einen Strich zu tun. Oder sie suchen sich eine bequeme Lernposition im Bett und schlafen kurz drei Stündchen. Auch allzu interessante Mitbewohner durchkreuzen zuweilen die ehrgeizigen Pläne.

Wenn du dich hier wiederfindest, ist dein Zimmer offensichtlich nicht die beste Lernumgebung für dich. Ein gutes Klima zum Arbeiten findest du beispielsweise im Ruhebereich der Bibliothek. Dort sitzen mehrere konzentrierte Studenten, es ist ruhig und du kommst nicht in Versuchung, die Fenster zu putzen.

Die perfekte Arbeitszeit

Das Phänomen der Aufschieberitis hängt allerdings nicht nur vom Raum sondern auch von der Zeit ab. Es gibt Phasen, da will sich dein Hirn einfach nicht lenken lassen, während es ein paar Stunden später gut und gerne die ersten tausend Nachkommastellen von Pi berechnen könnte.

Sobald du bemerkst, wann dir das Lernen leichter fällt, reserviere dir diese Zeitspanne bis zum Abgabetermin beziehungsweise zur Prüfung und setze dich jeden Tag zur gleichen Uhrzeit vor deine Unterlagen. Dein Gehirn und dein Körper gewöhnen sich schnell an den Rhythmus und die Arbeit läuft schneller, erfolgreicher und zielgerichtet.

Lachende arbeitende Menschen

 

Häppchen sind leichter verdaulich

Ein Grund, weshalb viele ihr Vorhaben so abstoßend finden und sich der Prokrastination hingeben, ist der unbezwingbare Berg des Lernstoffes, der vor ihnen liegt. Du wirst von selbst motivierter, wenn du dir überschaubare Portionen vornimmst und täglich nur dieses Pensum vor Augen hast. Das schreckt nicht ab und du bist in einer vernünftigen Zeit fertig. Die Häppchen werden natürlich umso kleiner, je eher du anfängst.

Gruppenzwang nutzen

Wer trotz allem einfach keinen Bock hat, verhandelt täglich mit sich selbst: „Morgen reicht auch noch. Ich brauche ja höchstens eine Vier. Am Ende gebe ich richtig Gas.“ Doch später ärgerst du dich, dass du kurz vor der Prüfung panisch versuchst, schnell noch ein bisschen Wissen aufzusaugen.

Wer dich stets an deinen Zeitplan erinnert, ist eine Lerngruppe. Es fällt einem sehr viel schwerer, andere im Stich zu lassen als sich selbst. Musst du also ein Kapitel für die Runde zusammenfassen, verlassen sich deine Kommilitonen auf dich und du bist arbeitswilliger. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch du aufbereitete Materialien bekommst, die das Lernen erleichtern.

Endlich Schluss mit der Prokrastination

Selbst die Champions der Aufschieberitis haben also eine Chance, ihre schlechten Lerngewohnheiten in den Griff zu bekommen. Vielleicht wird deine Pflanze dabei leiden, aber dein Notenschnitt und dein niedriges Stresslevel machen das wett.

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