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Geht es der Universität bald an den Kragen? - So sieht das Studieren von Morgen aus

Von Hanna L. am 12-03-2018
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Erster Tag im Semester: Der Hörsaal ist voll und die Studenten, die anstatt früh aufzustehen, lieber ein paar mal die Snooze-Taste gedrückt haben, müssen sich mit den Plätzen in der hinteren Reihe zufrieden geben. Man will natürlich um jeden Preis mitbekommen wie der Prof so drauf ist, was für Anforderungen er stellt und welche Prüfungsform in dem Modul herrscht. Am Ende der Vorlesung die Bemerkung “Es herrscht keine Anwesenheitspflicht.” Dude, mit diesen Worten hast du deinen Kurs gerade in eine One-Man-Show verwandelt. Woche drauf, gleicher Raum: Gähnende Leere. What a surprise!

War der Sinn von Universität und Studieren nicht mal der, sich bilden zu  w o l l e n und das alles auf einer freiwilligen Basis? Heutzutage hat man das Gefühl jeder studiert nur, weil er muss. Und wenn man eben nicht muss, dann geht man auch nicht. Aber warum legen wir uns alle den Studentenstatus zu, wenn wir nur noch das Mindeste tun und versuchen, mit so wenig Input wie möglich den größten Output zu erzielen? Wo bleibt die Motivation? Und ist unser Unisystem überhaupt noch zeitgemäß für Generation Y und die aufstrebende Generation Z?  Lasst uns eine Zeitreise machen und das Ganze nochmal überdenken!

Studenten in der Universität
Quelle: Code University


Berlin, 2025

Die Uni, die wir bisher kannten, existiert in dieser Form nicht mehr. Keine Vorlesungen, keine Prüfungen, keine Vorträge. Uni Gebäude sind nun in riesige Bibliotheken umfunktioniert worden. Die Ausstattung ist höchst modern. Auf jedem Tisch glänzt ein Mac. Es gibt sogar Räume, die nach verschiedenen Stimmungen eingerichtet sind. Ob diese leer sind? Ganz und gar nicht. Jeder lernt, aber eben nur das, was ihn wirklich interessiert. Es geht nicht mehr darum sich durch verschiedenste Module zu quälen und gute Noten zu kassieren, sondern seinem Interesse und der Passion zu folgen. Deine Bildung liegt allein in deiner Hand. Kein Bachelor of Science, sondern der Bachelor deiner Selbst. Wir bilden uns selbst zu dem aus, was wir sein wollen. Mit der nötigen Literatur, Research, Übungen und Jobs pushen wir uns zu den Top Arbeitskräften von morgen. Kein Professor mehr, der dir sagt, dass du nächste Woche eine Präsentation zu halten hast oder deine Fußnoten in der Hausarbeit falsch waren. Aber jetzt wieder zurück in die Realität. Was davon ist Spinnerei und welche Entwicklungen können wir in der Zukunft erwarten? Wir wollen heute von der Code University berichten.

Bällebad in der Code University
Quelle: Code University


Die neu gegründete CODE University, eine Privatuniversität in Berlin wirft das herkömmliche Unikonzept über Bord und macht einfach ihr eigenes Ding. Insgesamt gibt es 3 Studiengänge (Software Engineering, Interaction Design, Product Management), die man als Student wählen kann. Numerus clausus? Ähh, das kennt man bei der CODE schon gar nicht mehr. Im Auswahlverfahren musst du dich erstmal online bei einer Aufgabe beweisen und Eindruck schinden.  Danach geht es nach Berlin, um sich mit anderen Bewerbern gemeinschaftlich einem digitalen Problem zu stellen und dieses innerhalb von 24h zu lösen. Zwischendrin ein weiteres 20 Minuten Interview, indem es darum geht, dich als Person kennenzulernen. Alle Schritte done und die Jury überzeugt? Willkommen bei der CODE! Das Ziel: Berufliche Qualifikation für die digitale Zukunft. Noten? Ebenfalls abgeschafft! Stattdessen baut deine Lernkurve auf einem Kompetenzprofil auf. Deine Fähigkeiten und Fertigkeiten werden gescannt in ein acht aufeinander aufbauendes Stufensystem geordnet. So behältst du deinen Lernfortschritt im Blick und kannst mit deinem Mentor individuelle Schwerpunkte setzen. Stufe Null ist eine noch nicht erlernte Fertigkeit, während mit Stufe Sechs das allgemeine Bachelor Niveau erreicht werden würde. Sieben und acht sind … nun, die Kür wie die Code selbst sagt. Der Ehrgeiz und die Leidenschaft Projekte umzusetzen und dabei Wissen anzueignen, steht im Fokus. Die Code selbst sagt:

“Visionen entstehen nicht durch das Auswendiglernen immer gleicher Inhalte. Darum bereiten wir dich nicht auf Prüfungen vor, sondern auf Ideen und deren Umsetzung. Wissen prägt sich am besten ein, wenn es in der Praxis Wirkung entfaltet. Wir nennen das erfahrungsbasiertes Lernen.”

Das Studieren von Morgen hält also viele interessante Studiengänge für uns bereit. Was sind Eure Erwartungen an das Unisystem der Zukunft?

PlusPeter



Ein Artikel von PlusPeter


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