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Candy Jacobs, Skateboarderin. Nice to meet you. Skateboarden ist mein ‘Beruf’, aber ich sage am liebsten: mein Leben. Ich stehe jeden Tag auf dem Skateboard, so intensiv und so lange wie mein Körper das zulässt. Und auch in meiner restlichen Zeit spielt Skateboarding die Hauptrolle. Von meiner Ernährung bis hin zu meinen Reisen. Vom Krafttraining und mentalen Coaching bis hin zu den Gesprächen mit Freunden und meinen Eltern.

Ultimative Freiheit

Ich war dreizehn, als ich zum ersten Mal auf einem Skateboard stand. Ich hatte mal wieder zu viel Energie und meine Mutter wollte, dass ich etwas mache. Sie holte ein Skateboard aus dem Schuppen und brachte mich zu einem Skatepark. Vom ersten Moment an war ich hooked. Ich hatte absolut keine Skills und auch kein Talent. Manche Leute lernen den Kickflip in drei Wochen. Bei mir hat das ein ganzes Jahr gedauert.

Skateboarden hat mir geholfen, alle Phasen in meinem Leben durchzustehen. The good the bad and the ugly. Auch schwierige Zeiten in der Schule waren dabei. Ich passte nämlich nicht ins System. Ich war viel zu aktiv, immer abgelenkt, habe zu viele Fragen gestellt und Diskussionen angefangen. In der neunten Klasse wurde ich ganze 48 Mal vor die Türe geschickt. Ich fühlte mich nicht verstanden und wurde dadurch oft wütend. Ich höre den Konrektor noch immer stöhnen: “Candy, du hast den Schlüssel vom Skatepark. Bitte geh‘ jetzt!”. Es ging sofort besser sobald ich auf dem Skateboard stand, denn skateboarden ist das ultimative Freiheitsgefühl. Dann ist man wirklich im Hier und Jetzt. Du musst ständig fühlen: Wie stehen deine Füße, wie fühlt sich dein Körper an? Wenn du nicht mehr im Moment bist, fällst du sofort.

Eine eigene Reihe aufmachen

“Aus dir wird nichts”, haben Lehrer früher zu mir gesagt. Das hat mir nichts ausgemacht. Es hat mich nur noch entschlossener gemacht, ihnen das Gegenteil zu beweisen. I’ll be my own fucking hero. Dieses Durchsetzungsvermögen bringt mich weit. Ich sehe mich selbst nicht als Talent. Ich habe das Gefühl, dass ich härter arbeiten muss als andere Skater. Aber das mache ich dann auch. Ich kann ohne Probleme acht Stunden lang denselben Trick üben. So lange hinfallen, bis ich es kann. Ich weiß nämlich sicher, dass ich es schaffe.

Ich habe keine Ahnung, was ohne dieses Selbstvertrauen aus mir geworden wäre. Aber zum Glück habe ich diese Grundlage von meinen Eltern mitbekommen. Sie stehen immer hinter mir, unterstützen mich, und haben mir beigebracht, dass ich so wie ich bin genau richtig bin. Ich weiß, dass es ein besonderer Luxus ist, jemanden zu haben, der bedingungslos hinter dir steht. Darum versuche ich, das auch zurückzugeben. Ich arbeite viel mit Kindern und Jugendlichen und zeige ihnen, dass es in Ordnung ist, sich seinen eigenen Weg zu bahnen. Wenn du nicht in die Reihe passt, machst du doch einfach eine neue Reihe auf?

Einfach machen, fallen und aufstehen

Ich reise durch die ganze Welt, um an Wettkämpfen teilzunehmen. Im Juli fahre ich nach Tokio, für die Olympischen Spiele. Dann ist Skateboarden zum ersten Mal eine olympische Disziplin.

Eine olympische Medaille wäre schon schön, ist für mich aber kein Ziel an sich. Ich schaue nicht auf das Endziel, sondern auf den Weg dorthin. Ich tue das, was mir am allermeisten Spaß macht. Das finde ich wichtig. Es gibt nichts, was mir so einen Kick gibt wie Skateboarden. Ich gönne es jedem, das zu tun, was ihn glücklich macht oder ihm ein Gefühl von Verbundenheit gibt. Darum teile ich meine Geschichte, in der Hoffnung, andere zu inspirieren. Denn ich glaube, dass man alles erreichen kann. Einfach machen, durchhalten und nicht aufgeben. Wenn du fällst, direkt wieder aufstehen und nochmal versuchen. Schau mich an.

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