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Flexibles Arbeiten ist in unserer heutigen Arbeitswelt ein wichtiges Thema. Immer wieder wird von Home Office und der freien Arbeitszeiteinteilung geredet. Zum flexiblen Arbeiten zählt aber auch das Sabbatical, eine immer beliebter werdende Methode, die es Berufstätigen ermöglicht, sich über einen längeren Zeitraum eine Auszeit vom Arbeitsleben zu nehmen und danach wieder ohne Probleme in den Beruf einsteigen zu können. Das Timeout kann beispielsweise zum Reisen oder für die persönliche Weiterbildung genutzt werden. Ziemlich cool, oder? Der englische Begriff Sabbatical stammt vom hebräischen “Sabbat”. In der Bibel wird das Wort verwendet, um eine einjährige Ruhepause für Ackerland und Ackernde zu beschreiben. Ob das Sabbatjahr auch das Richtige für dich ist und wie du deinen Chef von deinem Timeout überzeugst, erfährst du hier!

Gönn dir eine Auszeit

Sabbatical-Modelle

Zum Anfang haben wir leider erst einmal eine ernüchternde Nachricht für dich: Einen rechtlichen Anspruch auf ein Sabbatical haben in Deutschland nur Beamte und Angestellte im öffentlichen Dienst. Alle anderen müssen ihren Chef von einer Auszeit überzeugen und können nur hoffen, dass dieser einem Sabbatical zustimmt. Vielleicht aber hast du ja Glück und in deinem Unternehmen wird das Sabbatical schon von vorneherein angeboten. Welche Varianten gibt es also? Wir haben dir die drei beliebtesten vorgestellt:

 

  • Sabbatical als unbezahlter Sonderurlaub

Für einen bestimmten Zeitraum kann der Job pausiert werden und dein Chef einen Sonderurlaub genehmigen. Nach dieser Auszeit kann das Beschäftigungsverhältnis wieder ganz normal aufgenommen werden. Wichtig zu wissen ist, dass du bei dieser Variante nur für vier Wochen pflichtversichert bleibst. Solltest du also eine längere Sabbatical-Methode anstreben, muss dir klar sein, dass du dich nach vier Wochen selbst versichern musst. 

 

  • Sabbatical durch Lohnverzicht/Teilzeitmodell

Bei dieser Variante arbeitest du zunächst deine vollen Arbeitsstunden, verzichtest hierbei aber auf einen Teil deines Lohns. Arbeitest du beispielsweise 40 Stunden pro Woche, könntest du nur 30 Stunden ausgezahlt bekommen. Nach 3 Jahren hättest du somit genug angespart, um ein ganzes Jahr lang Pause zu machen. Dies ist natürlich nur ein Beispiel. Mit deinem Chef entscheidest du gemeinsam, wie viele deiner Arbeitsstunden ausgezahlt werden. Der Vorteil für dich: Du bleibst während des Sabbaticals weiterhin kranken- und rentenversichert. 

 

  • Sabbatical durch Langzeitarbeitskonto

Du sparst über einen längeren Zeitraum Überstunden und nicht genommene Urlaubstage an, die du schließlich auf einmal für dein Sabbatical “abfeierst”. Auch hier erhältst du weiterhin deine vollen Bezüge und bleibst sozialversichert. Deine Überstunden sollten aber auf jeden Fall auf einem Konto festgehalten werden, damit du genau weißt, wie lange deine Auszeit am Ende betragen darf.

 

Lohnt sich ein Sabbatical für mich?

Viele Berufstätige wünschen sich einen Break und das aus den verschiedensten Gründen. Manche sehnen sich nach mehr Zeit für ihre persönlichen Interessen, wollen ein Buch schreiben oder eine neue Sprache lernen. Manche möchten mehr erleben und die Welt entdecken oder zu sich selbst finden. Wieder andere sind bei ihrer Arbeit so ausgelastet, dass sie die Auszeit nutzen wollen, um einem Burnout zu entgehen. Ob sich ein Sabbatjahr für dich lohnt, ist also ganz abhängig von deinen eigenen Zielen und Wünschen. Überleg dir genau, wie du deine Auszeit nutzen willst. Hier wird dir seitens des Arbeitgebers eine echte Chance geboten, genau das zu tun, worauf du Lust hast, dich weiterzubilden und Neues zu sehen und danach gleich wieder ohne Probleme in deinen Job einsteigen zu können. Du solltest darauf achten, dass es deine Lebenssituation erlaubt, ein Sabbatical auszuüben. Hast du beispielsweise eine Familie, kann sich ein Timeout in jedem Fall für dich lohnen, wenn du mehr Zeit mit Partner und Kindern verbringen willst. Vor allem aber, solltest du auch vorher ordentlich planen, was du in dem Jahr schaffen willst und wie viel du ausgeben wirst. 

Eine neue Sprache lernen

Wie überzeuge ich meinen Chef?

Deine eigenen Gründe, die du hast, ein Sabbatical einzugehen, können genauso gut deinen Chef überzeugen. So hat es auch für dein Unternehmen Vorteile, wenn du ein Sabbatjahr ausübst. 

Bist du zum Beispiel durch deine Arbeit völlig erschöpft, hast jede Motivation in deinem Job verloren und bist deswegen oft krank, kann eine Auszeit dazu dienen, Kraft zu tanken. Steigst du dann wieder in deinen Job ein, kannst du beispielsweise mit neu gewonnener Energie an Aufgaben herangehen, Herausforderungen meistern und deine Krankheitstage minimieren. Ein Argument allein reicht oft natürlich nicht aus, um deinen Arbeitgeber zu überzeugen. Deswegen kannst du im Gespräch auch erwähnen, dass du dir in der Zeit des Sabbaticals neue Skills aneignen willst. Beispielsweise nutzen viele das Sabbatjahr, um eine neue Sprache zu lernen. Mit dieser könntest du internationalen Geschäftskunden ganz neu begegnen, welches wiederum den Geschäftsbeziehungen deines Unternehmens zugutekommt. Überlege dir ganz genau, welche Kenntnisse und Fähigkeiten du dir während deiner Auszeit aneignen möchtest und wie dein Arbeitgeber davon profitieren kann. Sollte dein Chef finanzielle Bedenken haben, kannst du ihn beruhigen: Geld geht ihm durch deine Auszeit nicht durch die Lappen. Der Sonderurlaub ist schließlich unbezahlt, bei Lohnverzicht würde sich dein Chef einen Teil deines Gehalts sparen und deine Überstunden hast du von Anfang an selbst angespart. Du siehst, es gibt unzählige Argumente, die deinen Arbeitgeber überzeugen können! Das Gute: Hat dein Chef dem Sabbatical (egal, für welche Variante ihr euch entschieden habt) zugestimmt, ist er an diese Vereinbarung auch gebunden und kann sie nicht einfach wieder zurücknehmen.

 

So verkaufst du deine Auszeit in deinem CV

Erwähne dein Sabbatical in jedem Fall in deinem Lebenslauf! Einfach weglassen, geht ab einer Auszeit von drei Monaten gar nicht. Denn Personaler erkennen als erstes eine Lücke in deinem beruflichen Werdegang und fragen sich, was du in dieser Zeit gemacht hast, beziehungsweise warum du in dieser Zeit nicht gearbeitet hast. Das Sabbatical kann allerdings ein echtes Plus auf deinem CV sein. Genau wie du deinem Chef bereits die Vorteile genannt hast, kannst du diese auch in deinem Lebenslauf erwähnen. Wenn du also neue Skills erlernt hast, dann profitiert davon nicht nur dein jetziger Arbeitgeber, sondern eventuell auch dein zukünftiger. Eine Auszeit, um an sich selbst zu arbeiten, über sich hinauszuwachsen und Neues zu lernen? Das ist in jedem Falle positiv und kann bei der Bewerbung beeindrucken. Immerhin zeigt es, dass du weißt, was du willst und was du brauchst, um das Beste aus dir herauszuholen!

 

Die Umstände lassen es zu, eine Auszeit zu nehmen, das Timing ist perfekt, der Chef hat zugestimmt, die Familie supportet dich, du hast die Finanzen gecheckt und alles durchgerechnet? Dann steht deinem Sabbatical nichts mehr im Weg! Gönn dir deine Auszeit!

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