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Im Interview mit einem Studenten der Sozialen Arbeit

Von YoungCapital am 15-05-2018
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Schluss mit den Geschlechterklischees bei der Berufswahl! In Interviews mit sechs Kandidaten/-innen stellen wir euch das breite Spektrum an Berufsmöglichkeiten für Männer und Frauen vor. Hier könnt ihr über Frauen in MINT-Berufen und Männern in sozialen Berufen lesen - WE TALK.

Diese Woche geht es um das Studium der Sozialen Arbeit. Jan erzählt, wie er sich für ein Soziale Arbeit Studium entschieden hat und welche Berufsmöglichkeiten er nach seinem Masterabschluss in Mannheim hat.

Im Interview mit einem Studenten der Sozialen Arbeit


Wie kamst du auf die Idee, Soziale Arbeit zu studieren?

Aufgrund diverser Erfahrungen, die ich im Zivildienst machen konnte, habe ich festgestellt, dass ein Beruf im sozialen Bereich zu mir passen könnte.


Hattest du neben dem Studiengang Soziale Arbeit noch andere Studienoptionen - und wenn ja, welche?

Grundsätzlich war es immer mein Ziel Psychologie zu studieren, aber aufgrund des hohen NC war mir dies nicht möglich. Ich hätte mir aber auch vorstellen können, auf Lehramt im Grundschulbereich zu studieren. 


Welche Qualifikationen sind deiner Meinung nach wichtig für ein Soziale Arbeit Studium? 

Ich denke, eine wertschätzende und empathische Grundhaltung ist Grundvoraussetzung. Diese entwickelt sich, meiner Meinung nach, durch die Praktika die man im Studium macht, stets weiter.


Was begeistert dich an deinem Studium?

Die Interdisziplinarität, die man im Studium erfährt. Dadurch bekommt man in der Sozialen Arbeit einen multiperspektivischen Blick auf die Klienten und bedient sich verschiedenen Wissenschaften.


Begegnen dich klischeehafte Kommentare von Anderen, wenn sie erfahren, dass du Soziale Arbeit studierst?

Viele meiner Freunde wissen immer noch nicht, was ich eigentlich nach meinem Studium mache. Häufig kommen dann Kommentare wie: “Der macht irgendwas mit Psychologie oder so.” Aber mir wurde auch schon gesagt, dass ich mit meinem Beruf wahrscheinlich keine Familie ernähren könnte.


Wie hoch ist der Männeranteil in deinem Studium?

In unserem Masterstudiengang sind wir nur zwei Männer.


Welche Berufe kannst du nach deinem Studium ausüben?

Dies ist bei der Sozialen Arbeit sehr vielschichtig. Ich könnte zum Jugendamt gehen und dort in verschiedenen Bereichen als Sozialarbeiter arbeiten. Ich kann aber auch in der offenen Jugendarbeit arbeiten, sowie in der Beratung in verschiedenen Bereichen. Ebenfalls kann ich als Street Worker arbeiten. Dann gibt es noch die klinische Sozialarbeit.


Gibt es für dich typische Frauen- oder Männerberufe?

Als typischen Männerberuf würde ich Informatik oder Maschinenbau sehen. Ebenfalls alle Berufe, die schwere körperliche Tätigkeiten umfassen. Als typischen Frauenberuf würde ich den Sozialen Bereich nennen.


Wird deiner Meinung nach ein Beruf in der Sozialen Arbeit eher als "Frauenberuf" angesehen und falls ja, warum?

Ja, insbesondere beim Jugendamt und damit bei der klassischen Sozialpädagogik sind hauptsächlich Frauen vertreten. Dies liegt denke ich daran, dass der Beruf der Sozialpädagogik aus der Frauenbewegung entstanden ist. Aber in der Sozialarbeit, vor allem beim Street Working, finden sich jedoch mehr Männer als Frauen. Ich denke es hängt davon ab, in welchem Sozialen Bereich.


Welche Ratschläge hast du für Schüler, die vor der Wahl eines sozialen Studiums/Berufs stehen?

Man muss sich bewusst sein, dass man mit Menschen arbeitet und man in der Praxis schnell an seine persönlichen Grenzen stoßen kann. Davon sollte man sich jedoch nicht abschrecken lassen, denn im Studium lernt man auch, Fälle aus der Praxis zu reflektieren, was mir persönlich sehr geholfen hat. Außerdem würde ich mich von dem Vorurteil nicht abschrecken lassen, dass man wenig verdient. Denn um ein erfülltes Leben zu führen, reicht das Gehalt allemal.


Im Interview mit einem Studenten der Sozialen Arbeit



Jan, vielen Dank dir für das Interview!


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