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Tatsache ist: Auch wenn eine ehrenamtliche Tätigkeit nicht bezahlt wird, erlangst du dadurch wertvolle praktische und persönliche Kompetenzen, die auch im Berufsleben von Nutzen sind. Je nachdem, wie intensiv man sein Ehrenamt betreibt, übernimmt man ggf. auch sehr vielseitige, verantwortungs- und anspruchsvolle Aufgaben. Gerade Menschen, die z.B. ein Vorstandsamt bekleiden, wissen: Das ist weit mehr als Freizeitvergnügen, sondern auch echte Arbeit – quasi ein unbezahlter Nebenjob.

Außerdem zeigt ehrenamtliche Arbeit, dass du eine engagierte und begeisterungsfähige Persönlichkeit bist, die über den Tellerrand hinausschaut, gesellschaftliche Herausforderungen aktiv anpackt und den eigenen Werten entsprechend handelt. Genau solche Menschen werden auch von guten Arbeitgebern hoch geschätzt.

Dennoch ist bei der Angabe von ehrenamtlichen Aktivitäten in der Bewerbung Fingerspitzengefühl gefragt: Denn es sollte auf keinen Fall der Eindruck entstehen, dass du damit nur über fehlende “echte” Berufserfahrung hinwegtäuschen willst oder deinen Lebenslauf wahllos mit “Lückenbüßern” füllst, bei denen kein wirklicher Mehrwert zu erkennen ist. 

Wir bei Impactify sind Spezialist*innen, wenn es um nachhaltige Jobs mit Sinn und gesellschaftlichem Mehrwert geht und haben für dich sechs Strategien zusammengetragen, wie du zum einen dein ehrenamtliches Engagement so gestaltest, dass es nicht nur dem ideellen Zweck, sondern auch für deine persönliche Entwicklung die beste Wirkung hat – und wie du dies in deiner Bewerbung überzeugend darstellst.

Ehrenamt

  • Sei mit Herzblut dabei

Erster und wichtigster Aspekt bei der Ausübung eines Ehrenamtes sollte deine innere Überzeugung für die Sache sein – egal ob du im Rahmen einer Volunteering-Reise Schildkrötenbabies in Costa Rica rettest, eine bundesweite Klimaschutzdemo organisierst oder dich in deiner Nachbarschaft regelmäßig als Mentor*in für sozial benachteiligte Kinder engagierst – seelenlose Lebenslauf-Optimierung sollte niemals die alleinige Motivation sein. Such dir ein Projekt aus, das dir wirklich am Herzen liegt und eine Organisation, in der dein Engagement auch Spaß macht. 

Wenn deine ehrenamtlichen Projekte sich thematisch und fachlich zufällig mit deinem angestrebten Berufsfeld überschneiden, ist das natürlich für eine spätere Bewerbung ein ganz besonderes Sahnehäubchen – aber praktische Erfahrungen in der Projektorganisation sind, unabhängig vom konkreten Thema, in fast allen Berufsfeldern sehr gefragt. Mal ganz abgesehen davon, dass Soft Skills wie Begeisterungsfähigkeit, Überzeugungskraft und Kommunikationsstärke, die durch ein Ehrenamt gestärkt werden, dir in wirklich jedem Job enorm weiterhelfen. 

Und wenn Personaler*innen eines sofort spüren und positiv auffassen, dann ist es echte, authentische Begeisterung und Überzeugung für dein Herzensthema.

 

  • Finde deinen Aufgabenbereich

Hast du eine passende Organisation gefunden, empfiehlt es sich, zuerst einmal Kontakt zu einer Regionalgruppe in deiner Nähe aufzunehmen und die anderen Aktiven persönlich kennenzulernen. Das Schöne: Du wirst hier auf Menschen stoßen, die ähnliche Werte teilen wie du, denen ähnliche Themen wichtig sind und die gemeinsam wirklich etwas bewegen wollen. 

In aller Regel wirst du als neue*r Interessierte*r sehr schnell in die Gruppe integriert und kannst – sofern du dich aktiv und regelmäßig einbringst – schnell auch sehr verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen, wenn du das möchtest. Kommuniziere daher von Beginn an, wie viel Zeit du für dein ehrenamtliches Engagement investieren möchtest und für welche Aufgabenbereiche du dich interessierst. Das könnten neben der eigentlichen thematischen Arbeit z.B. Mitgliederakquise, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation oder Finanzen sein. Egal, wie du dich einbringst: Helfende Hände sind im gemeinnützigen Bereich immer gefragt!

Dabei hast du die Wahl, ob du bereits vorhandene theoretische Kenntnisse praktisch ausbauen oder dich in ganz neuen Aufgaben ausprobieren und deinen Horizont erweitern magst: Hier hast du die perfekte Gelegenheit dafür, denn in Vereinen gibt es keine starren Hierarchien und keine strikte Aufgabenteilung. Das sieht im Berufsleben leider oft sehr anders aus.

 

  • Ein unterstützendes Netzwerk aufbauen 

Diese Empfehlung gilt eigentlich immer. Egal, ob du auf Fachkonferenzen, Seminaren, Jobmessen unterwegs bist, ein Praktikum machst oder ein Ehrenamt ausübst: Ein persönliches, unterstützendes Netzwerk ist enorm wertvoll.

Dabei geht es nicht darum, Visitenkarten zu sammeln oder jeden Menschen, den du triffst, nach seiner Nützlichkeit zu bewerten, sondern um authentisches Interesse am Gegenüber und einen Austausch auf Augenhöhe. Frage dich genauso, mit welchen Fähigkeiten und welchem Wissen du andere unterstützen kannst. 

Im ehrenamtlichen Umfeld wirst du auf viele gleichgesinnte Menschen treffen, die dich gerne unterstützen werden – z.B. bei deiner Jobsuche. Schließlich sind auch diese Menschen wiederum in unterschiedlichen Kreisen (z.B. in anderen Organisationen, Unternehmen, kommunalen Behörden…) vernetzt und können dir z.B. Tipps und Empfehlungen geben, wenn bei einem interessanten Arbeitgeber etwa eine Stelle frei wird und dir ggf. eine interne Kontaktperson vermitteln. Traue dich also ruhig, in deinem Netzwerk offen darüber zu sprechen oder auch bestimmte Menschen gezielt zu kontaktieren, wenn du auf Jobsuche bist und gerade Inspirationen oder Empfehlungen suchst. Im Falle einer Bewerbung kannst du dich dann ggf. auf deine Kontaktperson beziehen (hole aber auf jeden Fall vorher sein*ihr Einverständnis ein!).

 

  • Lass dein Engagement belegen

Auch für ehrenamtliche Aktivitäten ist es ratsam, dein Engagement durch ein offizielles Dokument belegen zu lassen, welches du deinen Bewerbungsunterlagen anhängst. Schließlich kennt dein zukünftiger Arbeitgeber dich noch nicht und so schaffst du gleich von Vorneherein Glaubwürdigkeit und Vertrauen. 

Das soll in diesem Falle natürlich kein Arbeitszeugnis sein und muss auch keine Bewertung enthalten. Aus dem Dokument sollte jedoch die Mission des Vereins, der Zeitraum deines Engagements, deine Zuständigkeiten im Projekt bzw. offizielle Posten sowie Aufgabenbereiche oder Veranstaltungen hervorgehen, bei denen zu unterstützt und mitgewirkt hast. Viele (größere) Organisationen bieten ihren Aktiven auch weiterbildende Kurse oder Trainerscheine an (z.B. Workshop-Moderation, interkulturelle Kompetenzen etc.) an – diese können enorm wertvoll sein und sollten auf jeden Fall auch aufgelistet werden. 

Das Dokument sollte von einem Mitglied des Vorstands oder der Geschäftsführung unterzeichnet werden und das offizielle Logo bzw. die Kontaktdaten der Organisation aufweisen.

 

  • Ehrenamt im Lebenslauf überzeugend darstellen

Möchtest du dein Ehrenamt in einer Bewerbung angeben, besteht die Herausforderung darin, den konkreten Mehrwert benennen zu können, den dein Engagement nicht nur für deine persönliche und fachliche Entwicklung, sondern auch für die Organisation selbst geschaffen hat – und natürlich den Bezug zur Stelle herzustellen, auf die du dich bewirbst. 

Neben einer konkreten Benennung deiner Aufgabenbereiche ist es sehr vorteilhaft, wenn du darüber hinaus Erfolge und erreichte Ziele angeben kannst. Im Prinzip gelten für die Präsentation von ehrenamtlichen Tätigkeiten also sehr ähnliche Regeln wie für hauptberufliche Stationen: In den Lebenslauf gehören der Name des Vereins, der Zeitraum deines Engagements sowie in ein paar kurzen Stichpunkten deine konkreten Aufgaben, Aktivitäten und ggf. offiziellen Posten (z.B. Vorstandsmitglied, Leitung der Arbeitsgruppe Mitgliederakquise, Kassenprüfer etc.). Dafür erstellst du am besten im Lebenslauf einen eigenen Abschnitt mit der Überschrift “Ehrenamtliches Engagement”. Auf besondere Projekte und Erfolge kannst du dann ggf. noch einmal im Anschreiben detaillierter eingehen, um bestimmte Kompetenzen mit praktischen Beispielen zu unterstreichen.

Ein Beispiel: Du engagierst dich in einem lokalen Verein, der sich für interkulturellen Austausch einsetzt und bist hier für das Fundraising verantwortlich. In deiner Bewerbung könntest du z.B. angeben, wie mit Hilfe eines von dir organisierten Nachbarschaftsflohmarktes die Spendeneinnahmen erhöht werden und neue Vereinsmitglieder gewonnen werden konnten. 

Was im Anschreiben auch unbedingt erwähnt werden sollte, ist deine ganz persönliche Motivation, dich genau in dieser bestimmten Organisation bzw. für dieses bestimmte Thema (Tierwohl, Bildungsgerechtigkeit, Klimaschutz etc.) zu engagieren. Hier zeigst du dich dem Arbeitgeber nicht nur als glatte Abfolge von beruflichen Stationen, sondern als reflektierte und engagierte Persönlichkeit.

Ehrenamt

 

  • Erschaffe dir deine eigene (bezahlte) Stelle

Dir deine eigene, genau auf dich zugeschnittene Stelle erschaffen: Klingt cool? Ist es auch. Wie das geht? Im gemeinnützigen Bereich werden viele Aktivitäten nicht nur über Spenden, sondern zum großen Teil auch über staatliche oder private Fördergelder (z.B. von Stiftungen) finanziert. Oftmals können im Rahmen der gestellten Förderanträge auch Geldmittel für hauptamtliche, d.h. bezahlte Mitarbeitende beantragt werden. 

Beachte, dass solche hauptamtlichen Stellen bei einer gemeinnützigen Organisation meist projektbezogen, also zeitlich befristet sind. Darüber hinaus kann es sein, dass keine Vollzeit-, sondern eine Teilzeitstelle genehmigt wird. Auch die Gehälter im Non-Profit-Sektor sind in aller Regel geringer als in der freien Marktwirtschaft. Aber dafür wirst du für eine Tätigkeit bezahlt, die du zuvor sogar freiwillig und unbezahlt gemacht hast – weil sie dir Freude bereitet hat und sich sinnvoll angefühlt hat. Hier muss jede*r selbst entscheiden, was wichtiger ist.

 

Dies ist ein Gastartikel von Impactify Die Plattform für deine Impact Career. Viele weitere Ratgeber, wie du einen Job findest, der eine positive Wirkung auf unsere Gesellschaft hat, findest du im Blog von Impactify.

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