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Wie sagt man so schön? „Auf jeden Topf passt ein Deckel.“ Und was im Privaten gilt, gilt auch für das Berufliche: Bei manchen gibt es die Liebe auf den ersten Blick, andere wiederum müssen sich ein wenig auf die Suche begeben. Solltest du das Gefühl haben, deinen passenden Deckel noch nicht gefunden zu haben, dann ist es eine Überlegung wert, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Zum Beispiel in Form des Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheins (AVGS) der Bundesagentur für Arbeit. Diese Fördermaßnahme, die im Rahmen des Gesetzes zur Verbesserung der Eingliederungschancen in den Arbeitsmarkt realisiert wurde, soll dir dabei zur Seite stehen.

Vermittlungsgutschein

Was wird gemacht?

In einigen Fällen werden Maßnahmen direkt von der Agentur für Arbeit durchgeführt, in den meisten allerdings, wird dir der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein  ausgestellt, mit dessen Hilfe du einen passenden Träger finden kannst. Drei Arten der Fortbildung sind hier zu unterscheiden: 

  • Eine private Arbeitsvermittlung verschafft dir auf Erfolgsbasis einen für dich passenden Job. Bist du daraufhin 6 Wochen in Arbeit, bekommt der Träger von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter die Vergütung, quasi als Prämie. Er hat also ein unmittelbares Interesse am Erfolg der Maßnahme. 

Achtung: Seit dem 01.01.2013 müssen alle privaten Arbeitsvermittler, die einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein nach dem neuen § 45 SGB III zur Abrechnung annehmen um arbeitslos gemeldete Jobsuchende zu vermitteln, eine AZAV-Zertifizierung nachweisen.

  • Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein kann für eine Maßnahme bei einem Arbeitgeber verwendet werden.

Hierunter fallen beispielsweise Praktika oder Probearbeiten bei einem Unternehmen. Dieses wird direkt vom Jobcenter oder der Agentur für Arbeit vergütet. Denn du hast eine konkrete Arbeitsstelle in Aussicht, für die du die nötige Qualifizierung vom Unternehmen selbst bekommst. Deiner schon in die Wege geleiteten Karriere wird durch den AVGS auf die Sprünge geholfen.

  • Fortbildungen vielfältiger Art zur Erweiterung der eigenen Kompetenzen sind bisweilen förderfähig durch den AVGS.

In diesem Bereich ist das Ziel, dich an den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt herauszuführen. Eine beliebte Maßnahme ist das persönliche Coaching. Hier erfolgt eine ganz individuelle Beratung. Sie umfasst beispielsweise das Ermitteln deiner persönlichen Stärken und Vorlieben. Oft kann ein (professioneller) Blick von außen die eigene Einschätzung bereichern und das, was man für selbstverständlich erachtet, neu bewerten und einschätzen lernen. Die Coachs geben also Orientierung und helfen dir, dein Profil zu schärfen. 

Eine mögliche weitere Maßnahme ist das Sichten und Professionalisieren der Bewerbungsunterlagen. Dein Lebenslauf und dein Motivationsschreiben sind der erste Fuß in der Tür für den neuen Job. Hier kommt es darauf an, sich anhand weniger Din-A-4-Seiten in seinem besten Licht zu zeigen. Die entsprechende Etikette ist nicht jedem geläufig und auch hier gibt es „Trends“, die es zu beachten gibt. Exemplarisch wird oft die Bewerbungssituation an sich geübt. Der erste persönliche Eindruck ist sehr wichtig und es bleiben nur wenige Minuten, um den potentiellen Arbeitgeber von sich zu überzeugen. 

Wie oben erwähnt, sind die Maßnahmen vielfältig. Neben einem persönlichen Coaching kann auch eine Umschulung oder Fortbildung, um Vermittlungshemmnisse aus dem Weg zu räumen, eine geeignete Maßnahme sein. Etwa kleine Weiterbildungen wie ein Berufliches Englisch für Einsteiger, Finanzbuchhaltung oder der Führerschein. Aber auch eine Beratung für selbständige Tätigkeiten ist möglich. Online gibt es viele Möglichkeiten, Neues zu lernen und Kompetenzen zu entwickeln.

Wer hat Anspruch?

Im Allgemeinen folgende Voraussetzungen:

  • Du bist Bezieher von Arbeitslosengeld I. (Ab dem ersten Tag der Arbeitslosmeldung ist der Gutschein erhältlich.)
  • Du bist Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV).
  • Du bist arbeitssuchend aber beziehst keine Leistungen.
  • Du befindest dich noch in einem Arbeitsverhältnis, wurdest aber gekündigt oder der befristete Vertrag läuft aus.

Beachte, dass du als Antragsteller nicht schon einmal vermittelt worden sein darfst. Und natürlich werden während der Förderung Arbeitslosengeld I und II weitergezahlt. 

Vermittlungsgutschein

Wie ist der Ablauf?

Zunächst liegt die Bewilligung der Fördermaßnahme im Ermessen des Arbeitsvermittlers des Jobcenters oder der Agentur für Arbeit. Deshalb steht am Anfang das persönliche Gespräch mit dem Berater / der Beraterin. 

Sind alle Voraussetzungen für den Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein erfüllt, so erarbeitet man zusammen die Art der Maßnahme. Braucht es eine private Vermittlung, eine Weiterbildung oder ist eine Probearbeit möglich? Für welche Maßnahme dein AVGS gültig ist, wird dann auf dem Gutschein vermerkt. Außerdem ist festgelegt, wie viel Zeit du hast, ihn einzulösen und in welcher Region er gültig ist. Die exakte Dauer der Maßnahme wird ebenfalls vermerkt.

Sind diese Fragen geklärt, machst du dich auf die Suche nach einem zertifizierten Träger. Eine hilfreiche Plattform dafür – unterteilt nach Bereichen -  findest du auf den Seiten der Arbeitsagentur. In der Regel dauert die Maßnahme 8 Wochen. 

Sind sich Agentur für Arbeit bzw. Jobcenter und Träger einig, kannst du die Maßnahme antreten. Die Kosten werden komplett vom Staat übernommen. Entstehen zusätzlich Kosten für Kinderbetreuung oder Fahrt, werden diese unter Umständen ebenso finanziert. Dies muss im Vorfeld mit der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter geklärt werden.

Die Möglichkeiten sind vielfältig und sollten dementsprechend auf deine persönliche Situation zugeschnitten sein.

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