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Freiberuflich Tätigkeit neben dem Studium

Viele Studenten finanzieren sich ihren Lebensunterhalt und die Kosten, die mit einem Studium einhergehen, durch verschiedenste Nebentätigkeiten oder finanzielle Unterstützungen durch Leistungen wie BAföG. Klassische Nebenjobs mit einem festen Stundenlohn sind hier die am weitesten verbreitete Art Geld neben dem Studium zu verdienen. Eine weitere Möglichkeit ist die Arbeit als so genannter "Freiberufler" oder auch "freiberufliche Tätigkeit" genannt. Als studentischer Freiberufler übst du neben deiner Haupttätigkeit als Student eine selbstständige Tätigkeit aus, welche wissenschaftlich, künstlerisch, schriftstellerisch, unterrichtend oder erzieherisch sein kann. Nach aktuell geltendem deutschen Recht ist die Arbeit als Freiberufler kein Gewerbe und unterliegt somit weder der Gewerbeordnung noch der Gewerbesteuer. Zu allen steuerlichen Aspekten findest du im unteren Absatz "Steuern als studentischer Freiberufler" weitere Informationen. Beiträge für Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung müssen ebenfalls (bis auf einige Ausnahmen) gezahlt werden.


Kranken- und Rentenversicherung als studentischer Freiberufler

Übst du eine freiberufliche Tätigkeit aus, musst du ebenfalls deine Beiträge für die Sozialversicherungen leisten. Hierbei sind insbesondere die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung hervorzuheben, bei denen Beiträge fällig werden können, sobald du Geld durch deine Tätigkeit verdienst. Im Grunde muss differenziert werden in welchem Umfang deine freiberufliche Tätigkeit stattfindet, weil daran festgelegt wird ob du als "nebenberuflich freiberuflich" eingestuft wirst oder nicht. Im Jahre 2019 wurde dies durch ein maximales monatliches Einkommen von 445 Euro Brutto definiert. Mit dieser Einschränkung bleibst du weiterhin der Familienversicherung krankenversichert und musst somit keine zusätzlichen Beiträge zahlen. Bei einem Einkommen, das im Durchschnitt die 445 Euro Brutto monatlich übersteigt, hast du die Möglichkeit dich günstig über einen Studententarif zu versichern. Im Allgemeinen bieten alle Krankenkassen solche Tarife für Studenten an, bei denen monatlich ein Pauschalbetrag für die Kranken- und Pflegeversicherung gezahlt wird. Bei dieser Art der Versicherung müssen jedoch zwei Punkte beachtet werden. Zum einen ist da die 20-Stunden-Regel, die besagt, dass lediglich bei einer Wochenarbeitszeit von insgesamt maximal 20 Stunden von einer studentischen Nebentätigkeit ausgegangen werden darf. So soll sichergestellt werden, dass das Studium weiterhin im Vordergrund bleibt. Des Weiteren darf dein monatliches Einkommen nicht über 75% der so genannten Bezugsgröße liegen, welche aktuell bei 3.185 Euro liegt. Weitere Informationen zu passenden Versicherungen findest du unter anderem hier.

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Steuern als studentischer Freiberufler

Als Freiberufler musst du selbstverständlich auch deine gesetzlichen Steuern bezahlen. Grundsätzlich musst dich innerhalb der ersten vier Wochen nach Beginn deiner freiberuflichen Tätigkeit beim Finanzamt melden und dich als Freiberufler eintragen. Insbesondere als Student ist die Möglichkeit sich als "Kleinunternehmer" einstufen zu lassen eine sinnvolle Variante, da hierfür lediglich die Umsatzgrenze von 17.500 Euro im Vorjahr unterschritten werden muss und der Umsatz im aktuellen Jahr nicht mehr als 50.000 Euro betragen darf. Für die meisten Vollzeit-Studenten trifft dies zu, wodurch sie von den Vorteilen des Kleinunternehmer-Status profitieren können. Zu diesen Vorteilen gehört beispielsweise die Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht, welche je nach Tätigkeit 7% oder 19% betragen kann. Als Kleinunternehmer musst du diese Abgaben somit nicht zahlen. Sobald die Freigrenze der Einkommenssteuer, welche aktuell bei 9.408 Euro liegt, überschritten wird, muss jedoch eine Einkommenssteuererklärung abgegeben werden. Inzwischen gibt es zahlreiche Tools, welche speziell für Studenten zugeschnitten sind, womit du deine Steuererklärung problemlos selber erstellen kannst. Falls du dich dennoch unsicher fühlen solltest, kannst du dir jederzeit einen Steuerberater hinzuziehen.

Gut zu wissen

Wie du bereits gelesen hast, gibt es die so genannte 20-Stunden-Regel für die Krankenversicherung, welche eine Voraussetzung für einen Studententarif darstellt. Diese Regel trifft auf die vorlesungsfreie Zeit allerdings nicht zu. In dieser Zeit ist es erlaubt auch mehr als die sonstigen 20 Stunden in der Woche zu arbeiten. Um sicher zu gehen, kannst du dich auch mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzen, welche Voraussetzungen genau von dir erfüllt werden müssen.
Falls deine Eltern Kindergeld für dich erhalten, so brauchst du dir keine Sorgen um einen Ausfall der Zahlung zu machen. Grundsätzlich gibt es keine Einkommensregelung für die Zahlung des Kindergeldes.

Fazit

Abschließend kann man sagen, dass freiberufliche Tätigkeiten als Student durchaus eine Alternative zu herkömmlichen Nebenjobs sein können. Besonders als Kleinunternehmer profitiert man von den günstigen Steuerregelungen.

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