Gendern Bewerbung

Du fragst dich, wie du das Thema Gendern in der Bewerbung angehen solltest? Ob in Bewerbungen gegendert werden sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Stellenanzeige, die Unternehmenswebsite und die Unternehmenskultur spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wir sind zur Stelle, um dieses Thema genauer unter die Lupe zu nehmen. In diesem Artikel schauen wir uns das Grundkonzept noch einmal an, bevor wir uns mit Fragen wie ‘Sollte man in Bewerbungen gendern?’ und ‘Wie Gendern in Bewerbung?’ beschäftigen.

Klingt gut? Dann klick dich direkt durch unsere Infos und sei anschließend bestens informiert. Mithilfe unseres Beispiels bist du perfekt darauf vorbereitet, falls du in deiner nächsten Bewerbung gendern möchtest.

Was ist Gendern?

Bevor wir uns tiefer in das Thema ‘Gendern in der Bewerbung’ stürzen, sollten wir uns mit einer kurzen Definition nochmal einen Überblick über das gesamte Konzept verschaffen. So ist dir anschließend deutlich, auf welche Punkte du bei deinen Bewerbungsunterlagen achten musst.

Das Gendern ist eine sprachliche Praxis: Sie zielt darauf ab, Geschlechtergerechtigkeit in der Kommunikation zu fördern, indem geschlechtsspezifische Unterscheidungen und Stereotypen vermieden werden. Gendern beinhaltet die Verwendung geschlechtsneutraler Sprache, um sowohl Frauen als auch Männer gleichberechtigt anzusprechen. Typische Anwendungen des Genderns sind in schriftlichen Texten, offiziellen Dokumenten, politischen Diskursen, Bildungsmaterialien oder Stellenanzeigen zu finden.

Das Gendern kann auf verschiedene Arten erfolgen – diese sind die gängigsten:

  • Doppelpunkte: Student:innen
  • Unterstriche: Student_innen
  • Binnen-I: StudentInnen
  • Gendersternchen: Student*innen
  • genderneutrale Begriffe: Studierende
  • männlich / weiblich / divers: Studenten (m/w/d)

Der Zweck besteht darin, die traditionelle männliche Dominanz in der Sprache zu überwinden und eine inklusive, nicht-diskriminierende Sprachpraxis zu fördern.

Befürworter des Genderns argumentieren, dass es dazu beiträgt, die Sichtbarkeit von Frauen und nicht-binären Personen zu erhöhen und Geschlechterstereotype zu durchbrechen. Gegner argumentieren, dass es zu sprachlicher Ungenauigkeit führt und die Lesbarkeit beeinträchtigt.

Klar so weit? Super! Doch was genau ist nun richtig, wenn es um das Gendern in der Bewerbung geht? Schauen wir uns das doch mal genauer an.

Sollte man in Bewerbungen gendern?

Ob du in deiner Bewerbung gendern solltest, ist von verschiedenen Punkten abhängig. Aber prüfen wir doch mal, anhand welcher Punkte du diesbezüglich eine Entscheidung treffen kannst.

Als Ausgangspunkt wählst du die Stellenanzeige, auf die du dich bewerben möchtest. Nutzt das Unternehmen eine eindeutige Form des Genderns, werden hauptsächlich genderneutrale Begriffe genutzt oder wird vielleicht gar nicht gegendert? Wird komplett darauf verzichtet, ist es kein Problem, in deiner Bewerbung nicht zu gendern. Bist du dir unsicher, lohnt es sich, noch etwas mehr in die Tiefe zu gehen.

Im Laufe des Bewerbungsprozesses ist es wichtig, dir auch die Website des gewünschten Unternehmens anzusehen. In Gesprächen mit Personalern hast du so die Chance zu beweisen, dass du dich mit der Firma, deren Tun und Werten beschäftigt hast. Dort kannst du allerdings auch herausfinden, ob du in deiner Bewerbung gendern solltest. Schau dir an, ob dort bereits eindeutig gegendert wird, wie der generelle Sprachstil ist und wie sich das Unternehmen beschreibt.

Als dritten Punkt deiner Recherche analysierst du, ob es sich um ein junges Start-up oder ein etabliertes Unternehmen handelt. Hier spielt auch die Branche einen entscheidenden Faktor. Versuche dich in die Mitarbeitenden hineinzuversetzen: Würden sie Kunden eher Duzen oder Siezen, ist auch das ganze Drumherum sehr formal? Wenn ja, ist es vermutlich ratsam, in deiner Bewerbung nicht zu gendern. Wirkt alles eher locker und entspannt im Umgang, ist das Gendern in deiner Bewerbung keine schlechte Idee.

Alles in allem gibt es also keine pauschale Antwort auf die Frage: ‘Sollte man in Bewerbungen gendern?’. Wichtig ist, dass du viel Zeit in diesen Schritt investierst und dir genau überlegst, was zu deiner Bewerbung, deinen persönlichen Werten und dem Unternehmen passt.

Wie gendere ich im Anschreiben?

Du hast dich dafür statt dagegen entschieden und fragst dich jetzt ‘Wie gendere ich denn in meiner Bewerbung?’. Das wichtigste Dokument, das du dabei im Auge behältst, ist das Bewerbungsschreiben.

Im Anschreiben hast du an vielen Stellen die Möglichkeit, geschlechtergerechte Sprache zu verwenden, um die Vielfalt und Inklusivität zu betonen. Dies kann durch die Verwendung der obengenannten neutralen Formulierungen erreicht werden, um Personen jeglichen Geschlechts anzusprechen. Anstelle von geschlechtsspezifischen Pronomen wie ‘er’ oder ‘sie’ greifst du beispielsweise auf geschlechtsneutrale Alternativen wie ‘die/diese Person’ zurück.

Zudem achtest du beim Gendern in der Bewerbung darauf, geschlechtsneutrale Berufsbezeichnungen zu verwenden, um stereotype Vorstellungen zu vermeiden. Beispielsweise ersetzt du ‘Fachmann’ oder ‘Fachfrau’ durch die Variante ‘Fachkraft’. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, auf die Anrede ‘Sehr geehrte Damen und Herren’ zu verzichten und stattdessen in Form einer geschlechtsneutralen Anrede in der Bewerbung zu gendern. Wähle etwa Einstiege wie ‘Sehr geehrte Mitarbeitende’ oder ‘Liebes Team’. Zuletzt bietet sich auch die Methode an, sowohl die weibliche als auch die männliche Form zu nennen: ‘Liebe Kolleginnen und Kollegen’.

Zusätzlich entscheidest du dich beim Gendern in der Bewerbung für eine der oben genannten Formen: ob Binnen-I, Gendersternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt – stelle sicher, dass du in deiner Bewerbung einheitlich genderst. Schau dir unser nachfolgendes Beispiel an, um einen genauen Eindruck zu bekommen.

Gendern in Bewerbung: Muster und Formulierungen

Nach dem theoretischen Teil, möchtest du mal sehen, wie das Gendern in einer Bewerbung konkret aussehen könnte? Wir haben ein Beispiel für dich parat und alle geschlechtsbezogenen Begriffe für dich markiert:


Bewerbung für ein Praktikum im Eventmanagement

Liebes Eventmanagement-Team,

als ich eure Ausschreibung für ein Praktikum im Bereich Eventmanagement bei YoungCapital.de gesehen habe, hat mein Herz einen Hüpfer gemacht. Als Organisations- und Event-begeisterter Mensch ist das genau das Praktikum, nach dem ich gesucht habe. Warum ich die Praktikantin bin, die in euer Team passt, erkläre ich euch jetzt.

Seit Oktober 2018 studiere ich Kommunikationswissenschaften und engagiere mich als Mitglied unserer der dazugehörigen Fachschaft. Hier habe ich gelernt, auch mit einfachen Mitteln tolle Veranstaltung für meine Kommiliton:innen auf die Beine zu stellen. In unserem Team aus Studierenden ist Kommunikation dabei immer das A und O – wer ist für was zuständig, welche finanziellen Mittel stehen zur Verfügung und welchen Zeitrahmen müssen wir beachten. Eigeninitiative, Zuverlässigkeit und das richtige Maß an Leidenschaft sind für mich daher selbstverständlich.

Und nun kommt die Veranstaltung GmbH ins Spiel: Die Arbeit in der Fachschaft macht mir Spaß, aber ich bin bereit für den nächsten Schritt. Gerne würde ich daher mein Können bei euch unter Beweis stellen und neues, wichtiges Know-how des Eventmanagements erlernen. In Berichten ehemaliger Praktikant:innen habe ich gelesen, dass eigenverantwortliches Arbeiten und das Einbringen neuer Ideen bei euch begeistert gefördert wird. Darüber hinaus interessiere ich mich sehr für euer derzeitiges Projekt XY, da ich selber sehr sportbegeistert bin. Für mich wäre es daher eine einmalige Gelegenheit, an einem solchen Projekt mitzuwirken.

Ab September 2020 stehe ich für ein sechsmonatiges Praktikum zur Verfügung. Ich freue mich sehr auf eine Einladung zum Vorstellungsgespräch.

Mit freundlichen Grüßen

Erika Mustermann


Key Takeaways

Du bist nun bereit, dein Anschreiben aufzusetzen und hast dich dafür entschieden, in deiner Bewerbung zu gendern? Dann wirf einen Blick auf unsere Checkliste, um nichts zu vergessen:

  1. Finde heraus, ob und wie das Unternehmen gendert
  2. Analysiere Stellenanzeige, Website, Art und Branche des anvisierten Unternehmens
  3. Wo liegt deine persönliche Präferenz?
  4. Entscheide dich für eine bestimmte Form des Genderns
  5. Nutze, wo möglich, geschlechtsneutrale Begriffe und tausche Anreden wie ‘Sehr geehrte Damen und Herren’ aus
  6. Achte darauf, dass die Grammatik nicht unter dem Gendern in deiner Bewerbung leidet
  7. Lies dir am Ende nochmal alles durch – hast du auch keinen geschlechtsbezogenen Begriff vergessen?

Mit diesen Tipps gelingt dir das richtige Gendern in der Bewerbung im Handumdrehen!

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass es keine eindeutige Antwort gibt. Nicht hilfreich, das wissen wir. Wir empfehlen dir, in Bezug auf das Thema Gendern in der Bewerbung auf deine Recherche und dein Bauchgefühl zu hören. Versuche herauszufinden, wie das Unternehmen zu der Praxis steht und versuche deine Unterlagen anzupassen. Vergiss aber auch nicht deine eigenen Werte und verfasse eine Bewerbung, auf die du stolz bist!

Übrigens: Bei YoungCapital gendern wir in all unseren Stellenanzeigen – wir verdeutlichen damit, dass das Geschlecht kein Auswahlkriterium für unsere ausgeschriebenen Jobs ist. Egal wer du bist, registriere dich auf YoungCapital und finde genau die Ausschreibung, die zu dir und deinen beruflichen Wünschen passt.

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Häufig gestellte Fragen

  • Sollte man in Bewerbungen gendern?

  • Ob du in deiner Bewerbung gendern solltest, hängt zum Beispiel von der Stellenanzeige, der Unternehmenswebsite und der Unternehmenskultur ab. Recherchiere genau, wie die Firma zu dem Thema steht und lass auch deine persönliche Präferenz nicht vollkommen außer Acht.

  • Wie gendert man in Bewerbungen?

  • Wie du in deiner Bewerbung genderst, ist letztendlich dir überlassen. Wenn möglich, passe dich dem Unternehmen an. Gibt es dort keine eindeutigen Informationen, nutzt du überwiegend geschlechtsneutrale Formulierungen und entscheidest dich dann einheitlich zwischen Binnen-I, Gendersternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt.